Verstopfung – Häufige Fragen

Verstopfung während der Schwangerschaft 

Eisenpräparate können Verstopfung verstärken

Aufgrund der hormonellen Umstellung kommt es während der Schwangerschaft oftmals zu einer Verstopfung. Das Hormon Progesteron bewirkt eine Entspannung der Gebärmutter und stellt auch den Darmbereich ruhig. So erfolgt der Transport des Darminhaltes wesentlich langsamer. Außerdem bereit der sich vergrößernde Uterus Probleme, da er den Darm verdrängt. Falls eine schwangere Frau ein Eisenpräparat einnimmt, kann es eine Verstärkung der Verstopfung bewirken. Doch es gibt einige wirksame Maßnahmen gegen Verstopfung während der Schwangerschaft.

Ausgewogene Ernährung mit Ballastoffen

Der Diätplan sollte ausreichend ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Müsli, Vollkornprodukte, Salate, Gemüse und Obst enthalten. Auch getrocknete Feigen und Pflaumen sind bei Obstipation wirksam. Besonders wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Schwangere Frauen sollten täglich acht bis zehn große Tassen oder Gläser trinken. Um die Verdauung morgens anzuregen, ist ein Glas Orangensaft, Buttermilch oder Wasser auf nüchternen Magen hilfreich. 

Fahrradfahren oder Schwimmen

Ausreichend Bewegung dient ebenfalls dazu, die Darmtätigkeit während einer Schwangerschaft anzuregen. Ein täglicher flotter Spaziergang sowie Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen für mindestens 30 Minuten bringen den Darm auf Trab. Eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn beeinflusst ebenfalls die Darmfunktion positiv.

Milchzucker und Flosamen

Während einer Schwangerschaft sind herkömmliche Abführmittel tabu. Eine Alternative stellt beispielsweise Milchzucker, der den Darm anregt. In der Apotheke ist Edelweiß-Milchzucker oder Lactulose-Sirup rezeptfrei erhältlich. Ein weiteres Abführmittel, das auch in der Schwangerschaft erlaubt ist, sind Flohsamen.

Verstopfung bei Babys 

Auch bei Babys kommt Verstopfung häufig vor, die man in erster Linie am harten Stuhlgang erkennt. Außerdem empfindet das Baby bei der Darmentleerung Schmerzen. Für Verstopfung bei Babys gibt es verschiedene Ursachen.

Zu wenig Flüssigkeit

Vor allem während der heißen Jahreszeit kann Flüssigkeitsmangel ein Auslöser sein. Zusätzliche Flüssigkeit oder häufiges Stillen sind hilfreiche Maßnahmen.

Zu enge Windel

Eine zu enge Windel kann ebenfalls Verstopfung bewirken, da das Baby in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Windeln müssen daher locker sitzen.

Bewegungsfreiheit ist wichtig

Für eine richtige Funktion der Körperfunktionen ist Bewegungsfreiheit für Babys sehr wichtig. Daher sollte man auf bequeme Kleidung achten, die ausreichend Platz zum Strampeln lässt.

Kalkhaltiges Wasser

Erhalten Babys spezielle Babynahrung, besteht die Möglichkeit, dass kalkhaltiges Wasser eine Verstopfung bewirkt. In diesem Fall sollte man Baby- oder Mineralwasser ausprobieren und beobachten, ob eine Besserung eintritt.

Bananen und Möhren

Erste Beikost wie beispielsweise Bananen- oder Karottenbrei bewirken eine Verfestigung des Stuhls. Daher ist es wichtig, bei Verstopfung auf diese Nahrungsmittel zu verzichten. Es ist empfehlenswert, Früchte wie Aprikose oder Birne zu verwenden.

Wunder Po

Kleine Verletzungen im Anus-Bereich oder ein wunder Po können bei Babys auch zu einer Verstopfung führen. Hier hilft eine entsprechende Heil- und Wundpaste.

Verstopfung bei Kindern

Bei Beschwerden länger als 14 Tage zum Arzt

Die häufigsten Ursachen für eine Verstopfung bei Kindern sind ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Bewegung und eine geringe Trinkmenge. Man spricht bei Kindern bei weniger als drei Stuhlgängen in einer Woche von Verstopfung. Wenn die Beschwerden länger als vierzehn Tage anhalten, sollte man den Kinderarzt besuchen. Ernste Warnzeichen sich Bauchkrämpfe, ein hart gespannter Bauchbereich oder auch gleichzeitiges Erbrechen. Beschwerden mit der Darmentleerung treten auch bei der Sauberkeitserziehung auf. Psychische Gründe können manchmal bei Kindergarten- oder Schulkindern der Auslöser für Obstipation sein.

Viele Ballaststoffe für Ihr Kind

Zuerst ist eine Umstellung der Ernährung wichtig. Man sollte dem Kind keine stopfenden Nahrungsmittel wie Schokolade, diverse Süßigkeiten oder Kakao geben. Auch auf Fast Food, Weißmehlprodukte oder Bananen ist zu verzichten. Das Kind muss ausreichend Ballaststoffe, also viel Obst und Gemüse, erhalten. Bereits ab dem zweiten Lebensjahr besteht die Möglichkeit, in den Diätplan der Kinder Vollkornprodukte ohne ganze Körner zu integrieren. Auch probiotische Joghurts dienen zur Unterstützung der Verdauung. Kinder sollten täglich einen Becher essen. 

Weizenkleie und Leinsamen

Weitere natürliche Mittel sind Weizenkleie und Leinsamen, die den Stuhlgang weicher machen und anregend auf die Verdauung wirken. Ab dem zweiten Lebensjahr erhält ein Kind zwei Esslöffel Weizenkleie oder drei Teelöffel Leinsamen über den Tag verteilt. Man gibt Kindern ab vier Jahren bereits bis vier Esslöffel Weizenkleie oder bis zu sechs Teelöffel Leinsamen. Jedoch muss man beachten, dass das Kind bei der Einnahme eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr von 150 Millilitern benötigt. Bei regelmäßigem Verzehr setzt die Wirkung nach circa vier Wochen ein. 

Milchzucker, um Darmentleerung anzuregen

Auch Milchzucker regt die Darmentleerung an. Gleichzeitig fördert er das Wachstum von guten Darmbakterien. Ab dem zweiten Lebensjahr sollten Kinder anfangs einen Teelöffel pro Tag verzehren. Anschließend erhöht man täglich um einen Teelöffel, bis der Erfolg sichtbar ist. Bekommt das Kind Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen, muss man die Dosierung reduzieren. Vor allem bei Kleinkindern sind spezielle Zäpfchen eine unkomplizierte Alternative. Die Wirkung tritt bereits nach fünf bis zwanzig Minuten ein.

Verstopfung – Symptome

Bei einer chronischen Verstopfung treten über einen Zeitraum von drei Monaten zumindest zwei der folgenden Symptome auf:

  • sehr harter oder klumpiger Stuhl
  • Betroffene empfinden die Darmentleerung nicht als vollständig
  • Stuhlentleerung erfolgt unter großer Anstrengung
  • bei Darmentleerung muss mit der Hand nachgeholfen werden
  • eine subjektive Darmverengung ist spürbar

Obstipation bei Hund und Katze

Falsche Ernährung und wenig Bewegung als mögliche Ursache bei Hunden

Leidet ein Hund unter einer Verstopfung, kommt es zu einem seltenen und verzögerten Stuhlgang. Da sich der Kot im Dickdarm aufstaut und eindickt, kann der Hund ihn schwer absetzen. Manchmal empfindet das Tier auch Schmerzen. Eine Obstipation bei Hunden beruht auf vielfältigen Ursachen wie beispielsweise falsche Ernährung oder nicht ausreichende Bewegung. Es ist möglich, dass die Beschwerden chronisch oder akut auftreten. Um die Verstopfung bei einem Hund erfolgreich zu behandeln, ist es notwendig, die Ursachen zu klären. Besonders bei einer chronischen Verstopfung ist frühzeitige Erkennung und Behandlung wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. 

Häufig gleiche Ursachen bei Katzen und Hunden

Besonders Wohnungskatzen sind oftmals von Obstipation betroffen. Ballaststoffarme Ernährung und geringe Bewegung gelten in den meisten Fällen als Auslöser für eine Verstopfung. Außerdem können Unfälle im Beckenbereich oder Tumore eine Rolle spielen. Sie verengen den Enddarm und erschweren den Kotabsatz. Anfangs können die Symptome sehr unspezifisch sein. Oftmals geht die Katze vermehrt zur Katzentoilette und versucht unter Schmerzen, den Darm zu entleeren. Außerdem verweigert sie ihr Futter und es kann bei schweren Fällen auch zu häufigem Erbrechen kommen. Der Bauch ist aufgetrieben und hart.

Brauner Reis, Katzenmalz und Leinsamen

Um Verstopfung bei Katzen vorzubeugen, ist ballaststoffreiches Futter wichtig. Diese Katzennahrung kann man mit gekochtem, braunen Reis, Katzenmalz und geschroteten Leinsamen ergänzen.

Verstopfung vorbeugen

Mit einfachen Maßnahmen kann man einer Verstopfung wirksam vorbeugen. Man sollte vor allem ballaststoffreiche Ernährung bevorzugen. Das bedeutet, dass der Diätplan Vollkornbrot, Früchte, Gemüse, Feigen, Datteln und Pflaumen enthalten soll. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Zusätzlich muss man darauf achten, sich viel zu bewegen wie beispielsweise Walking, Radfahren oder Schwimmen. Auch bestimmte Yoga-Übungen können hilfreich sein und die Darmtätigkeit anregen. Für eine gesunde Verdauung ist es auch entscheidend, den persönlichen Stuhldrang nicht zu verdrängen. Man darf den Gang zur Toilette nicht aus Zeitmangel oder Scham verschieben.