Verstopfung – Wenn der Stuhl träge ist…

Wann ist von Verstopfung die Rede?

Weniger als 3 Mal pro Woche

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Erfolgt die Darmentleerung für mindestens drei Monate weniger als dreimal in der Woche, kann man von einer Verstopfung (Obstipation) sprechen. Um eine eindeutige Diagnose zu stellen, müssen zusätzliche Kriterien erfüllt werden. Meistens ist der Stuhl zu fest und bei der Entleerung ist ein starker Pressdruck notwendig. Außerdem hat der Betroffene das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung und fühlt eine Blockierung im Bereich des Darmausgangs. Man unterscheidet zwischen chronischer und akuter Verstopfung. Falls der Darm plötzlich streikt, handelt es sich oftmals um eine harmlose Schwankung. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass eine dringliche Behandlungssituation oder ein Notfall wie mechanischer Darmverschluss oder funktionelle Darmlähmung vorliegen.

Verstopfung – Was tun?

Ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung

Zuerst ist es erforderlich, häufige und einfach behebbare Ursachen der Verstopfung festzustellen. Oftmals ist es ausreichend, auf eine ballaststoffreiche Diät umzusteigen und sich mehr zu bewegen. Außerdem muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Einige Medikamente können ebenfalls Obstipation auslösen. Falls keine möglichen Ursachen bekannt sind, findet eine Untersuchung der Blutwerte und Schilddrüse statt. In seltenen Fällen kann der Verdacht auf einen Darmtumor bestehen, der eine Einengung der Darmöffnung verursacht und die Verstopfung auslöst. Liegt diese Diagnose vor, erfolgt eine Kolonoskopie oder Rektoskopie. Mithilfe einer kleinen Kamera untersucht man auf diese Weise die Oberfläche des Dickdarmes.

Faserreiche Ernährung belebt den Stuhl: Obst, Gemüse und Getreide

Obst_WasserBei der Behandlung einer Verstopfung ist das angestrebte Ziel, den Betroffenen von Abführmitteln zu entwöhnen. Faserreiche Ernährung bewirkt weicheren und voluminöseren Stuhl. Daher sollte der Betroffene ausreichend Gemüse, Früchte, Getreideflocken und Vollkornbrot in seinen Diätplan integrieren. Eine weitere Maßnahme besteht darin, vor dem Frühstück ein Glas kaltes Wasser zu trinken. So regt man den Reflex zur Darmentleerung an.

Verstopfende Nahrungsmittel meiden: Schwarztee und Schokolade

Betroffene müssen verstopfende Nahrungsmittel wie zum Beispiel Schokolade oder Schwarztee meiden. Falls diese Methoden nicht den gewünschten Erfolg zeigen, kann man vorübergehend Abführmittel verwenden. Diese Medikamente erreichen einen weicheren Stuhl, indem sie das Stuhlvolumen vergrößern. Ihre Wirksamkeit beruht auf verschiedenen Inhaltsstoffen wie Gleit-, Quell- oder Füllmittel.

Hausmittel gegen Verstopfung

Meist ist eine Verstopfung das Ergebnis einer jahrelangen ballaststoffarmen sowie zucker-und stärkereichen Ernährung. Während der Ernährungsumstellung kann man auf natürliche Hausmittel zurückgreifen, die schnell und ohne Nebenwirkungen helfen.

Getrocknete Feigen

Getrocknete (ungeschwefelte) Feigen beinhalten unlösliche und lösliche Ballaststoffe, die eine Darmreinigung begünstigen. Zusätzlich decken bereits fünf Feigen zumindest 20 Prozent des täglichen Bedarfes an Ballaststoffen. Bei ersten Anzeichen von Verstopfung sollte der Betroffene vier bis fünf Feigen essen und dazu ein Glas Wasser trinken. Außerdem bietet sich die Option, die Trockenfrüchte für einige Zeit im Wasser einzuweichen und anschließend zu verzehren.

Weintrauben

Auch Weintrauben verfügen über eine sehr reinigende Wirkung auf das Verdauungssystem. Aufgrund der kombinierten Eigenschaften von biologischer Säure, Zucker und Zellulose stellen diese Früchte ein mildes Abführmittel dar. Betroffene sollten täglich zumindest 350 Gramm verzehren, um die gewünschte Wirkung zu erreichen. Bei der Auswahl der Trauben sind kernhaltige Früchte aus biologischem Anbau zu bevorzugen.

Wassermelone

Bei Verstopfung sind auch Wassermelonen ein bewährtes Hausmittel, da sie auch abführende Eigenschaften besitzen. Für Personen, die unter Verstopfung leiden, ist der Konsum einer halben großen oder ganz kleinen Wassermelone empfehlenswert. Ein positiver Nebeneffekt dieser Früchte besteht darin, dass sie Nierensteinen vorbeugen. Man sollte Wassermelonen auf leeren Magen als erstes Frühstück essen. Ansonsten kann es zu Gärungen im Verdauungstrakt kommen. Zusätzlich ist zu beachten, eine Wassermelone nicht mit anderen Früchten zu kombinieren. Man kann die kleinen schwarzen Kerne durchaus zerkauen, da sie sehr mineralreich sind.

Pflaumensaft und Honig

HonigglasWeitere milde, natürliche Abführmittel sind Pflaumensaft oder roher, naturbelassener Honig. Mit einem zusätzlichen Teelöffel schwarzer Melasse verstärkt sich seine Wirkung.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Hausmittel bei Verstopfung.

Verstopfung bei Babys

Ursachen: Ballaststoffarme Nahrung und zu wenig Flüssigkeit

Der Grund für eine Verstopfung bei Babys liegt vor allem in mangelnder Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffarmer Ernährung. Auch kann die Umstellung auf Beikost eine Obstipation begünstigen. Einige Babys sind sehr empfindlich, was bestimmte Nahrungsmittel angeht. Die Fütterung von Karotten oder Bananen kann bereits eine leichte Verstopfung auslösen. Daher ist es wichtig, auf diese Art der Ernährung zu verzichten. Aprikosen und Birnen stellen eine ausgezeichnete Alternative dar.

Prebiotische Ballaststoffe

Milchnahrung mit prebiotischen Ballaststoffen ist für nicht gestillte Babys empfehlenswert. In circa ein bis zwei Wochen hat das Baby einen weicheren Stuhlgang. Orale Abführmittel sind bei Babys schwer zu dosieren, daher kann man auf Mini-Klistiere oder Zäpfchen zurückgreifen.
Weitere Informationen unter Häufige Fragen – Verstopfung bei Babys.

Verstopfung bei Kindern

Unangenehmes und schmerzhaftes Empfinden

Bei Klein- und Schulkindern spricht man von einer Verstopfung, wenn eine schwierige oder seltene Darmentleerung vorliegt. Oftmals entstehen Probleme mit dem Stuhlgang, wenn Kinder die Stuhlpassage als schmerzhaft oder unangenehm empfinden. Sie reagieren auf diese Beschwerden mit Stuhlverhalten. Tritt harter Stuhl ohne zusätzliche Beschwerden auf, muss noch keine Verstopfung vorliegen. Oftmals kann ein Kind in regelmäßigen Zeitabständen nur kleine Stuhlportionen entleeren. In diesem Fall handelt es sich um eine Verstopfung, wenn die Stuhlproduktion des Darmes größer als die ausgeschiedene Stuhlmenge ist.

Verstopfung nicht länger als 3 Tage

Normalerweise besteht kein Grund zu unnötiger Sorge, wenn die Dauer der Verstopfung höchstens drei Tage beträgt. Außerdem sollte sich keine Blutmenge im Stuhl befinden und beim Stuhlgang dürfen keine Schmerzen auftreten.

Verstopfung durch schmerzhaften Stuhl

Verstopfung bei Kindern tritt auch als Folge einer schmerzhaften Stuhlentleerung auf. Das Kind entwickelt Angstgefühle vor dem Stuhlgang und hält daher den Stuhl zurück. Auf diese Weise zieht sich der Stuhl ins kleine Becken zurück. In diesem Bereich ruft er keinen Reiz hervor und kann sich zu einer harten Stuhlmasse eindicken.

Darmerkrankungen und angeborene Defekte als Ursache

In sehr seltenen Fällen können auch verschiedene Erkrankungen des Darmes für eine Verstopfung verantwortlich sein wie zum Beispiel Morbus Hirschsprung, wo Ganglienzellen fehlen. Falls Kinder in ihren ersten Lebensjahren eine normale Stuhlentleerung hatten, sind angeborene Defekte selten die auslösende Ursache für eine Verstopfung. Auch diverse Fehlbildungen wie beispielsweise Darmverengung nach operativem Eingriff oder ein nach vorne gelagerter Anus bewirken manchmal eine Verstopfung.

Sauberwerden kann mit Verstopfung einhergehen

Sehr häufig steht die Obstipation im Zusammenhang mit dem Sauberwerden des Kleinkindes. Verschiedene Störfaktoren können auch für eine Verstopfung bei Kindern verantwortlich sein. Oftmals spielen Irritationen beim Entwicklungsprozess des Sauberwerdens eine Rolle. Auch Veränderungen der Familiensituation oder Umgebung können verantwortlich sein.

Zusätzliche Informationen unter Häufige Fragen – Verstopfung bei Kindern.

 

 

http://www.eesom.com/go/Verdauungssystem/Verstopfung
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/hausmittel-gegen-verstopfung-ia.html

Verstopfung


http://www.kinderarzt.at/de/lexikon/subject/verstopfung-obstipation-bei-kindern
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-019.html